MLM (Networkmarketing) – Segen oder Fluch?

MLM (Multi-Level-Marketing) bzw. Networkmarketing geniesst einen recht unterschiedlichen Ruf. Für die einen ist es die Unternehmensform schlechthin, wo jeder die Chance erhält, ein hohes Einkommen zu erzielen, für die anderen ist MLM schlichtwegs der Weg in Verderben, wo nur wenige wirklich Topeinkommen erzielen und der Rest mehr oder weniger Verluste schreibt. Gegner und Befürworter liefern sich zeitweise erhitzte Gefechte.

Doch was macht MLM so einzigartig?
Was ist überhaupt Networkmarketing?
Was sind die Vorteile und Nachteile eines MLM-Systems und wer sind die Gewinner bzw. Verlierer?

Was ist MLM/Networkmarketing?

Multi-Level-Marketing ist eine Vertriebsform über mehrere Ebenen, auch Strukturvertrieb genannt. Eines der Merkmale neben dem Verkauf eines Produktes bzw. Dienstleitung ist, dass nicht das Unternehmen selbst neue Vertriebspartner sucht, um seinen Umsatz zu steigern, sondern dies bereits aktive Vertriebspartner des Unternehmens übernehmen. Als Belohnung für diese Rekrutierungsleistung erhalten die Partner eine monatliche Provision, die sich jeweils an den Umsätzen der neu gewonnenen Partner misst.

Im Networkmarketing sind also in erster Linie diejenigen erfolgreich, die sich die Mühe machen, andere professionell auszubilden und sie in ihrem Tun zu unterstützen. Denn je erfolgreicher sie den neuen Vertriebspartner machen, desto grösser wird auf Dauer auch der eigene Verdienst werden.

Ist MLM neu?

Die Vertriebsform des Empfehlungsmarketing ist wahrscheinlich schon so alt wie die Menschheit. Nach dem Motto: „Empfehle mich weiter, und du bekommst die nächste Ware billiger / bekommst mehr zum selben Preis / erhälst du ein Geschenk, ...“

Als einer der ersten Vorreiter unserer Zeit kann Amway genannt werden. In den letzten Jahrzehnten kamen hunderte neue Firmen hinzu, die als Vertriebsweg Networkmarketing oder den Direktvertrieb gewält haben, wie z.B: Tupperware, PM-International, …

Unterschied klassischer und Networkmarketing Unternehmen

Grob gesagt:
Klassische Unternehmen vertreiben häufig ihre Produkte über den Einzelhandel, kümmern sich selbst um die Werbung ihres Produktes und bezahlen nur ihre Fixangestellten Mitarbeiter. Kontakt mit dem Verbraucher hat meist nur der Endhändler. Die Zwischenhändler und Endverkäufer verdienen an den jeweiligen Verkäufen die Differenz vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis.

Networkmarketing-Unternehmen vertreiben ihr Produkt ausschliesslich über ihre Vertriebspartner, eine Bewerbung der Produkte geschieht meist über die Vertriebspartner. Der Partner hat in der Regel Kontakt mit dem Verbraucher, und die Differenz vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis ist deren Verdienst. Zusätzlich kann der Vertriebspartner neue Partner in dieses Geschäft bringen, und so an deren Umsätzen prozentual verdienen (= Aufbau eine Netzwerkes an Partnern).

Dazwischen gibt es dutzende Mischformen.

MLM – Leicht verdientes Geld?

Ja und Nein. Falls Sie glauben, ohne eine Leistung zu bringen, reich zu werden, oder dass Ihnen die Kunden von alleine zulaufen, werden Sie schnell zu den Enttäuschten gehören. Wenn Sie aber gerade anfangs gewillt sind, sich einen Kundenstamm aufzubauen und neue Partner zu rekrutieren, sowie sich bewusst weiterzubilden, wird sich das Ergebnis sehen lassen können, und für Sie wird es ein leicht verdientes Geld sein.

Networkmarketing – für wen geeignet?

Networkmarketing kann im Prinzip von jedem betrieben werden. Es sind keine speziellen Vorkenntnisse oder Schulabschlüsse notwendig. Networkmarketing und MLM gehen nach dem Prinzip Learning-by-doing vor. Kontaktfreudigkeit und die Bereitschaft zu arbeiten sollte vorhanden sein.

MLM-Gläubiger vs. MLM-Hasser

Das leidige Thema.
Die Einen loben MLM in den Himmel, regen schon mal an wie einfach und schnell man seine Millionen Euros verdient und was man dann so alles machen kann, die Anderen verteufeln jeglichen Strukturvertrieb in vorhinein, mit teils haarsträubenden Vergleichen, oder bringen Geschichten von ehemaligen Networkern welche sich z.B: total verschuldet haben.

Wer hat nun recht?
Beide, oder auch keiner von beiden. Je nachdem vom welchen Standpunkt man es aus sieht.

Fakt ist Networkmarketing bedeutet genauso viel Arbeit und Anstrengungen wie eine normale Selbständigkeit oder eine Angestellten Arbeit. Der Unterschied z.B: als selbständiger Grafiker ist, dass als Networker kein teures Equipment und Büroräumlichkeiten angeschafft werden müssen, und keine Kenntnisse mit den diversen Programmen u.ä. benötigt werden. Als Networker hat man meistens auch den Vorteil, dass das Mutterunternehmen die Produktentwicklung, die Abrechnung mit dem Kunden und den Versand erledigt.

Die eigentliche Arbeit, nämlich zu Kunden und zu Partnern zu kommen, diese zu betreuen und dadurch zu Jobs zu kommen, bleibt niemanden erspart. Diese Tätigkeit bildet den Hauptanteil eines jeden Networkers. Das Werben um einen Kunden/Partner und die konsequente Betreuung. Wer nicht für sein Geschäft wirbt, egal in welcher Form (Inserate in Zeitungen, Internet, Mund zu Mund Propaganda, Ausstellungen, …) wird zu keinen neuen Kunden kommen.

  • Keine Kunden – kein Umsatz – kein Geld
  • Viele Kunden – viel Umsatz – viel Geld

Was machen zu „euphorische“ Networker falsch?

Sie vermitteln den Neueinsteigern das Gefühl, ohne viel Arbeit und Zutun schnell reich zu werden. Unendlich reich. Dass aber ohne Arbeit nichts läuft sollte eigentlich jedem klar sein. Lieber träumen einige schon vorab von den Millionen, dem nächsten Haus, und dem Porsche in der zukünftigen Garage, bevor noch ein Cent Umsatz erzielt wurde.

Der Interessent gehört genau aufgeklärt, was zu tun ist, um sein gewünschtes Einkommen zu erzielen.

Was macht der militante MLM-Gegner falsch?

Die meisten Network Gegner sind ehemalige enttäuschte Networker oder jene, die bei Pyramidenspielen (Schneeballsysteme) hereingefallen sind. Oft sind diese so blind vor Zorn, dass diese bereits vorab alles verteufeln, sobald Networkmarketing im Spiel ist. Im Internet tummeln sich ein Haufen solcher selbsternannter MLM Beobachter herum.

Dass aber Empfehlungsmarketing heutzutage ein fixer Bestandteil unserer Gesellschaft ist wird gerne „vergessen“. Selbst Banken, Kaufhäuser, Fluggesellschaften, … betreiben in irgendeiner Form Network Marketing. Auch die bekannten Vorwürfe, dass nur die Ersten viel verdienen, oder alles Pyramidenförmig aufgebaut ist (hat nichts mit einem illegalem Pyramidenspiel zu tun!), sind bei seriösen MLM-Firmen längst widerlegt.

Es macht keinen Sinn Werbeaussagen in seine Bestandteile zu zerlegen (was gerne von MLM Gegner gemacht wird), um Wort für Wort zu erörtern, was eine geschönte Darstellung ist und was nicht. Werbung ist nun mal geschönt, egal ob diese von einem Networker, einem Autohersteller, einem Waschmittelerzeuger oder sonstigem kommt. Oder verteufelt man den Waschmittelhersteller, welcher aussagt, dass sein Produkt „weißer als weiß“ wäscht, oder den Automobilerzeuger weil dieser das „innovativste und beste“ Auto gebaut hat?

Sicher nicht.

Werbung hat den Zweck, Interesse zu wecken und Neugierde zu schaffen.
Alles andere, wie technische Details, Vorgehensweisen, Besonderheiten,… sollte der Konsument beim jeweiligen Verkäufer, Händler oder Vertriebspartner in Erfahrung bringen können.

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